„Es hat doch bisher auch ohne dieses Digitale gut funktioniert!“

Mit dieser Aussage konfrontierte mich die Initiative Digitale Region. Hier meine Antwort:

Wenn die Welt aufhört sich zu drehen und es keinen Fortschritt mehr gibt, mag diese Aussage zutreffend sind. In der Realität trifft sie jedoch nicht zu. Für unsere kleine Gemeinde am Nordrand der Eifel in der direkten Nachbarschaft zur Universitätsstadt Aachen liegen die Chancen der Gemeinde darin, nach Abschluss des Studiums Wohnstandort für junge Familien zu sein. Das Arbeitsleben findet für diese Familien in der Stadt und im Home-Office statt und das Familienleben selbstverständlich auf dem Land. Work-Life-Balance ist ein wichtiges Stichwort. Attraktiv ist die Gemeinde als Wohnstandort für diesen Personenkreis aber nur dann, wenn der Internetzugang daheim das Home-Office via VPN, zwei parallele Netflix-Streams, Spotify, Online-Game und Telefonieren gleichzeitig ermöglicht. Und wenn die Gemeinde nicht nur Schlafdorf werden will, sondern die neuen Bürgerinnen und Bürger auch für das Gemeinwesen gewinnen will, müssen Vereine und Kirchengemeinden selbstverständlich alle Informationen online haben und alle Veranstaltungen in den sozialen Netzwerken bewerben und dokumentieren. Außerdem ist es natürlich klare Erwartungshaltung an die Gemeindeverwaltung alle wesentlichen Verwaltungsprozesse auch online verfügbar zu machen. Denn niemand möchte sich einen halben Tag frei nehmen müssen, um den neuen Familienhund im Rathaus anmelden zu können.

Und wenn es gut läuft, gründen diese Familien bald in der eigenen Garage eine eigene kleine Firma – so in den letzten Jahrzehnten im Maschinenbau und in der Elektrotechnik mehrfach mit großem Erfolg geschehen. Aber dieser Teil der Geschichte wird sich im Hinblick auf Industrie 4.0 nur wiederholen, wenn Internet mit großer Bandbreite verfügbar ist.

Die Gemeindeverwaltung arbeitet daran:

Buchveröffentlichung „Transparente Staatstätigkeit“

 

Heute freue ich mich über die erste Buchveröffentlichung, an der ich als Koautor beteiligt bin. Unter dem Titel „Transparente Staatstätigkeit“ von Benjamin Fadavian als Herausgeber und mit Beiträgen von Dieter Rehfeld, René Schneider, Jorma Klauss, Dieter Hofmann, Sebastian Schwiering, Benjamin Heese, Oliver Mersmann / Jonas Abs, Hanna Brauers, Georg Dietlein werden Politik und Verwaltung auf dem Weg zu Offenheit und Transparenz betrachtet:

Transparente StaatstätigkeitOffenheit und Transparenz sind im Informationszeitalter entscheidende politische Schlagworte und Gradmesser für Demokratie und Innovation. Der vorliegende Sammelband stellt nach einer theoretischen Einleitung Praxisbeispiele dar, welche Möglichkeiten und Grenzen transparenter Staatstätigkeit deutlich machen.

Mein eigener Beitrag unter dem Titel „Praktische Offenheit vor Ort – Politische Kommunikation in der Gemeinde“ befasst sich insbesondere mit den kommunikativen Aspekten der Rollenverteilung zwischen Haupt- und Ehrenamt in der Kommunalverwaltung, der Arbeit mit wechselnden Mehrheiten in Kommunalparlamenten, vernetzter Kommunikation in der Kommunalpolitik, Partizipation, Transparenz und Open Government in kleinen Kommunen.

Zu beziehen ist das Buch beim Verlag tredition oder bei Amazon. Unter der ISBN 978-3-7345-5008-9 kann das Buch im regulären Buchhandel bezogen werden. Als eBook ist es unter der ISBN 978-3-7345-5008-6 verfügbar.

 

Belgischer Tag

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Der heutige Tag stand im Zeichen der Verhandlungen mit belgischen Institutionen:

  1. Verhandlung mit der SNCB (belg. Eisenbahn) über die Anpachtung des Geländes des ehem. Bahnhofs Roetgen unter Mitwirkung der Büros von Pascal Arimont (MdEP für Ostbelgien) und Sabine Verheyen (MdEP für Aachen) im Rathaus Roetgen, wofür ich sehr dankbar bin. Hier sind wir einen guten Schritt weitergekommen. Einer Anpachtung steht nicht mehr viel im Wege. Und auch einer weitergehenden Entwicklung des Geländes steht die SNCB nicht im Wege und wird dies positiv begleiten. Lediglich kaufen darf die Gemeinde Roetgen das Bahnhofsgelände nicht – dies verbietet der Versailler Vertrag.
  2. Verhandlungen mit A.I.D.E. (belg. Abwasserbehörde), WVER (dt. Abwasserbehörde), Gemeinde Raeren und Gemeinde Roetgen zur Abwasserentsorgung des Raerener Ortsteils Petergensfeld in das Roetgener Abwassernetz. Hier sind Zielsetzungen, den regelmäßigen Überlauf von belg. Abwässern in den Grölisbach zu verhindern, die Einleitung von Fremdwasser auf beiden Seiten zu reduzieren und die Kosten gerecht zu verteilen.

Aufgrund der Grenzlage von Roetgen müssen halt immer wieder pragmatische Lösungen gefunden werden. Das hat heute in beiden Fällen gut funktioniert.

Start des Markterkundungsverfahrens zur Breitbandversorgung in Roetgen

Das Markterkundungsverfahren zur Breitbandversorgung in Roetgen ist online! Jetzt wird es spannend, ob ein Telekommunikationsanbieter sich bis zum 17. Juni verpflichtet, die Gemeinde innert 36 Monaten zu 95% des Gemeindegebietes mit mindestens 50 Mbit/s zu versorgen, jedoch alle mit mindestens 30 Mbit/s.

Vom Erfolg des Markterkundungsverfahrens hängt nun ab, ob wir ohne Förderung des Bundes mit Breitband ausgestattet werden. Für die Telekommunikationsunternehmen ist dies attraktiv, um sich den Roetgener Telekommunikationsmarkt exklusiv zu erschließen.

Die genannten Versorgungsziele sind für die sich beteiligenden Unternehmen mit Vectoring-Technologie erreichbar. Trotzdem bleibt Vectoring nur eine Übergangstechnologie. Der nächste logische Schritt ist die Versorgung mit FTTH (Glasfaser bis ins Haus).

Sollte das Markterkundungsverfahren scheitern, werden wir die Sache im Rahmen des Förderprogramms des Bundes selbst in die Hand nehmen.

Zuletzt wurde der Ortsteil Mulartshütte mit Fördermitteln des Landes mit Breitband erschlossen, worüber der Wochenspiegel berichtete:

Mulartshuette

(Bild: Günther Sander)