Einweihung des Wohnhauses für Flüchtlinge

Am 17. September wurde das Wohnhaus für Flüchtlinge eingeweiht. Anlässlich der Einweihung habe ich folgende kurze Ansprache gehalten:

Sehr geehrte Damen und Herren Ehrengäste,

liebe Bürgerinnen und Bürger,

es ist für mich eine besondere Freude, hier heute Nachmittag an paar Worte an Sie richten zu dürfen.

Unter dem Motto „Roetgen macht das einfach!“ haben Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, erneut bewiesen, welche Power in unserem Gemeinwesen steckt.

In Kenntnis der nicht zufrieden stellenden Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge in Roetgen hat sich aus der Mitte der Roetgener Bürgerschaft vor einem Jahr der Verein „Roetgen hilft Menschen in Not“ gegründet und sich vorgenommen, ein Wohnhaus zu errichten, in dem Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Und diesen Worten sind Taten gefolgt! Heute feiern wir bereits die Einweihung.

Dieses Engagement ist menschenfreundlich, nächstenliebend (durchaus im christlichen Sinne) und weltoffen – so wie unsere Gemeinde nun mal ist.

Als Bürgermeister dieser Gemeinde erfüllt mich dieses bürgerschaftliche Engagement mit Stolz und Demut.

Dieses Engagement ist aber auch schlau, denn wir wollen die Flüchtlinge, die in unsere Gemeinde gekommen sind, nicht nur irgendwie unterbringen, sondern in unser Gemeinwesen integrieren. Insbesondere bei den Menschen mit Bleibeperspektive ist es uns ein Anliegen, dass sie Teil unserer Gemeinde werden, anständig wohnen, Arbeit finden, Mitglieder in unseren Vereinen werden, ihren Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen und uns ergänzen.

Das sind keine wohlmeinenden Sprüche, sondern echte Zielsetzung, denn wir wollen alle hier in Frieden und Freiheit leben. Und wir sind auch bereit, dies zu teilen.

Dies gilt auch für die unmittelbaren Nachbarn dieses Hauses, hier in der Pilgerbornstraße. Zu Beginn dieses Projektes haben Sie sehr nachvollziehbar Ihre Sorgen und Bedenken deutlich gemacht. Wir haben frühzeitig mit allen Beteiligten das Gespräch gesucht und vielleicht auch einige von Ihren Vorbehalten ausräumen können.

Trotzdem verstehe ich sehr gut, wenn Sie dieses Projekt mit einem gewissen Maß an Skepsis begleiten. Ich finde es aber bemerkenswert positiv, dass Sie den Initiatoren dieses Projekts und der Gemeinde Roetgen insgesamt einen Vertrauensvorschuss gegeben haben und viele von Ihnen mittun wollen an einer gelungenen Integration der zu uns geflüchteten Menschen.

Die Zusage der jederzeitigen Gesprächsbereitschaft gilt fort. Bitte scheuen Sie sich nicht, den Verein, die Vertreter des Gemeinderates, die Verwaltung oder mich anzusprechen, wenn Sie den Bedarf sehen.

Meine Damen und Herren,

unser Gemeinwesen geht mit den starken Leistungen unseres ehrenamtlichen Flüchtlingsrates und mit diesem Haus sichtbar in Vorleistung und erwartet den Willen zur Integration auch von den Frauen und Männern, die zu uns geflüchtet sind. Diesen Willen sehen wir bei den allermeisten und wünschen uns, dass dies so bleibt.

Alle Fraktionen im Rat der Gemeinde stehen hinter diesem Projekt. Die meisten haben sich auch mit eigenen Vertretern im Verein „Roetgen hilft Menschen in Not“ für dieses Haus engagiert. Danken möchte ich heute den Gründungsmitgliedern des Vereins:

  • Ingrid Karst-Feilen
  • Janine Köster
  • dem Vorsitzenden Bernhard Müller
  • dem stellv. Vereinsvorsitzenden Johannes Pössinger
  • Klaus Onasch
  • Willi Axer
  • Rainer Welzel
  • Bernd Vogel
  • Franz-Josef Zwingmann

Sie haben alle einen wichtigen Beitrag für unser Gemeinwesen geleistet, für den ich nicht genug danken kann.

Ebenfalls danken möchte ich den 355 Bürgerinnen und Bürgern aus 256 Familien und Unternehmen, die bis heute 80.932 € gespendet, 186.500 € als Darlehen eingebracht und 30.000 € als Bürgschaft zur Verfügung gestellt haben.

Und ich möchte den Kolleginnen und Kollegen der Gemeindeverwaltung danken, die bewiesen haben, dass die Verwaltung in Roetgen immer bereit ist, ungewöhnliche Wege mitzugehen und scheinbar Unmögliches möglich zu machen, wenn das Engagement der Bürgerinnen und Bürger da ist.

Uns ist aber allen klar, dass ein Mann hauptverantwortlich zeichnet, nämlich derjenige, der die Idee gehabt hat, das Ganze ins Rollen gebracht hat und unheimlich viel Arbeit reingesteckt hat. Das ist Bernhard Müller.

Und weil das so ist, möchte ich es nicht versäumen, Ihnen, lieber Herr Müller, heute ganz ausdrücklich zu danken. Und wie man das nun mal so macht, möchte ich dies mit einer Dankesurkunde zum Ausdruck bringen, die ich Ihnen jetzt gerne überreichen möchte…

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